Parlamentspalast, București

Der Parlamentspalast von București (Palatul Parlamentului) gilt als das größte Gebäude Europas. Es ist sicher nicht das schönste Bauwerk der rumänischen Hauptstadt und auch seine Geschichte ist nicht besonders schön – dennoch sollte man sich einen Besuch des gigantischen Palastes nicht entgehen lassen. Er befindet sich am westlichen Ende des Bulevardul Unirii.

Gebaut wurden der Palast und seine umgebenden Neubauten in den Jahren 1983 bis 1989 unter Diktator Nicolae Ceaușescu im Stil des Neoklassizismus. Etwa 70 Architekten und rund 20.000 Arbeiter waren beteiligt. Um genügend Platz für diesen Bau der Superlative zu haben, hatte man bereits in den 1970er Jahren rücksichtslos zahlreiche Wohnhäuser, Kirchen und Synagogen abgerissen. Etwa ein Fünftel des alten Stadtkerns fiel damit dem größenwahnsinnigen Bauprojekt zum Opfer. Die Ausmaße waren also gigantisch und weisen darauf hin, dass das Gebäude vor allem als Machtdemonstration gedacht war. Der größte Saal des Gebäudes beispielsweise ist rund 2.200 m2 groß. Der Palast wurde seinerzeit unter dem Namen Casa Poporului („Haus des Volkes“) gebaut. Als im Jahr 1989 Diktatur Ceaușescu getötet wurde, gab es hitzige Diskussionen um die weitere Nutzung des umstrittenen Komplexes. Man einigte sich darauf, ein Parlaments-und Kongressgebäude zu schaffen und nannte dieses passend „Parlamentspalast“.

Heute beherbergt das gewaltige Gebäude neben verschiedenen staatlichen Institutionen auch das Nationalmuseum für Moderne Kunst sowie weitere kleinere Museen. Wer mag, kann sich bei einer Führung im Parlamentspalast umsehen. Direkt neben dem Palast wird derzeit eine rumänisch-orthodoxe Kirche erbaut - die sogenannte Kathedrale der Erlösung des Volkes. Sie soll ein Gegenstück zu dem monströsen Bauwerk werden, das zum Symbol des Elends der Diktatur geworden ist.