Land & Leute

Geografie 
 LageRumänien ist ein Land in Mittel- und Südosteuropa. Die Gesamtfläche des Landes beläuft sich auf 238.000 km² Land und 8.500 km² Wasser. Durch Rumänien fließt die Donau auf über 1.000 km und endet im Schwarzen Meer. Die Staatsgrenze ist insgesamt 2.500 km lang, davon entfallen 225 km auf die Küsten. Rumänien wird im Westen von Ungarn, im Norden von der Ukraine und Moldawien, im Süden von Serbien und Bulgarien und im Osten vom Schwarzen Meer umgrenzt.
 KlimaIn Rumänien herrscht ein gemäßigtes kontinentales Klima vor. Die vier Jahreszeiten Winter, Frühjahr, Sommer und Herbst können klar abgegrenzt werde. Das Land wird von den Karpaten durchzogen, wodurch sich das Klima im Nordwesten von jenem im Südosten unterscheidet. Im Hochsommer (August und September) kann es sehr heiß werden, nicht selten werden in den rumänischen Tiefebenen und im Südosten des Landes die 40° Celsius überschritten. Die Wintermonate (insbesondere Dezember bis Februar) können mitunter sehr schneereich und kalt werden. In höheren Lagen sind Temperaturen bis zu – 25° Celsius durchaus normal. 
 Flora & Fauna

Rumänien besteht zu ca. ein Drittel aus Steppe, zu ein Drittel aus Weideland und zu ein Drittel aus Waldgebiete. Bis heute werden viele Wälder nicht zur Nutzholzgewinnung, sondern als natürliche Reservate erhalten. Die Waldbestände bestehen aus den für Mitteleuropa typischen Fichten, Tannen, Kiefern, Birken, Buchen und Eichen.

Südwestlich der Karpaten in der Dobrudscha und in der Walachei dominieren Steppen die Landschaft. Diese werden überwiegend zur Landwirtschaft genutzt oder sind durch Büsche- und Sträucher geprägt. Im Donaudelta finden sich Sumpf- und Marschlandschaften.
Rumäniens Tierwelt umfasst ebenfalls die in Mitteleuropa bekannten Tierarten und Gattungen. Wenngleich die Bestände der hierzulande nahezu verschwundenen Tierarten wie Bären, Luchse oder Wölfe konstant sinken, können diese aus Märchen und Sagen bekannten Vertreter der Fauna bis heute in den Karpaten gefunden werden. In der rumänischen Bergwelt leben Adler, Geier und Wildtiere wie Rehe oder Wildschweine. Rumäniens Donaudelta ist ein Vogelparadies, was daran liegt, dass die Zugvögel auf ihrer alljährlichen Nordsüdwanderung im Delta einen Zwischenstopp einlegen. Ebenso ist es die Heimat vieler Amphibien und Fischarten. Zu den Süßwasserbewohnern gehören Forellen, Hechte, Karpfen, Störe, Zander oder Aale. Viele Fischarten und andere Meeresbewohner leben auch in den küstennahen Gewässern am Schwarzen Meer. 

 Gebirge

Rumänien wird durch die mächtigen Karpaten geprägt, die sich wie eine natürliche Grenze von Nord nach Süd durch das Land ziehen. Die Bergkette zieht sich über Tschechien, Polen, die Slowakei und die Ukraine vom Nordosten des Landes Richtung Südwesten in Form eines Halbbogens durch das Land und läuft im Banat, unweit der serbischen Grenze, aus. Die Karpaten prägen nicht nur die Landschaft, sondern auch das Image Rumäniens im Ausland, gelten sie doch als die Heimat von Dracula, Vampiren, Werwölfen und anderen Sagengestalten. Im Făgăraș-Gebierge, in den südlichen Karpaten, die gemeinhin auch als die rumänischen Alpen bezeichnet werden, liegt mit dem 2.540 Meter hohen Moldoveanu der höchste Berg des Landes. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Berggipfel, die auf mindestens 2.000 Meter über dem Meeresspiegel liegen; darunter der Negoiu (2.530 Meter), der Parîngu Mare (2.520 Meter), der Peleaga (2.510 Meter) und der Omu (2.500 Meter). Im Nordwesten des Landes liegt das Apuseni-Gebirge (Munții Apuseni), welches nicht zu den Karpaten gezählt wird.  

 Menschen 
 Bevölkerung21.414.000 (Stand 2011); Rumänien ist ein wahrhaft multi-ethnisch und multi-kulturell geprägtes Land, dessen Bevölkerungsstruktur durch eine Reihe ethnischer Minderheiten, die ihre Sprachen und Kulturen in das Gesamtgefüge einbringen, geprägt wird. Laut eines offiziellen Zensus aus dem Jahre 2002 setzt sich die Bevölkerung des Landes aus 89,9 Prozent Rumänen, 6,6 Prozent Ungarn, 2,5 Prozent Roma und Sinti, 0,3 Prozent Ukrainern, 0,3 Prozent deutschen ethnischen Gruppen (wie Siebenbürger Sachsen oder Banater Schwaben) sowie Migranten mit Wurzeln in Russland oder der Türkei, zusammen. 
 GemeindenDie fünf größten Gemeinden (Nach Einwohnerzahlen) in Rumänien sind: Bukarest (1.931.818), Iaşi (315.214), Cluj-Napoca (310.243), Timişoara (307.347) und Constanţa (304.279). Die Urbanisierungsrate liegt bei nahezu 60 Prozent.  
 MigrationRumänien blickt auf eine turbulente Geschichte zurück. Das Land war über die Jahrhunderte häufig eine letzte Bastion des Christentums gegenüber dem Islam und dem Osmanischen Reich. So wurden ab dem 12. Jahrhundert immer wieder unterschiedliche deutsche Migranten in jenen Teil Südosteuropas geholt, um den „Westen“ vor dem „Osten“ zu verteidigen. Die Mehrheit der Rumäniendeutschen hat das Land allerdings nach der Revolution von 1989 Richtung Deutschland verlassen. Teile Nordostrumäniens lagen über viele Jahrhunderte im Einzugsgebiet der Österreich-Ungarischen Monarchie. So ist es nicht verwunderlich, dass im Nordosten des Landes einige Bezirke existieren, in denen die rumänischen Ungarn im Landesvergleich einen großen Teil der Gesamtbevölkerung ausmachen. Die größte Teil der in Europa lebenden Roma und Sinti findet sich in Rumänien.  
 SprachenDie Amtssprache des Landes ist Rumänisch, in einigen Teilen Nordostrumäniens wird zudem Ungarisch als Amtssprache anerkannt. Weitere im Land gesprochenen Sprachen sind: Englisch und Französisch, sowie Deutsch und verschiedene deutsche Mundarten der Rumäniendeutschen. 
 Religion

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung gehört der Rumänisch-Orthodoxen Kirche an (86.8 Prozent), daneben gibt es Protestanten (7.5 Prozent), Katholiken (4.7 Prozent) sowie 1,0 Prozent andere. 

 

Regierung 
Offizieller NameRomânia; Republik Rumänien  
StatusRumänien ist eine Republik. Das Land ist ein demokratischer und souverän regierter Staat und seit 2007 ein Mitglied der Europäischen Union. Die Grundlage der Regierung ist die Verfassung, die am 8. Dezember 1991 in Kraft trat und am 29. Oktober 2003 in überarbeiteter Form erneuert wurde.  
Politische InstitutionenRumänien besitzt ein Zweikammerparlament (Abgeordnetenhaus und Senat). Der gewählte Präsident ernennt sein Kabinett. Rumänien gliedert sich in 41 Kreise (Judeţe) und die Hauptstadt Bukarest. Darüber hinaus kann das Land in drei historisch-kulturelle Regionen eingeteilt werden: Moldau, Transsilvanien und die Walachei. Diese untergliedern sich wiederum in weitere Regionen wie Banat, Bukowina, Kleine Walachei oder Maramures. 
Staatsoberhauptseit 2004 hält Traian Băsescu das Amt des Präsidenten inne   
Regierungschef seit 2008 hält Emil Boc das Amt des Premierministers inne  
Hymne

Deșteaptă-te, române! (Erwache, Rumäne!) 

 
Wirtschaft  
WirtschaftszweigeDie rumänische Wirtschaft hat sich seit der Revolution von 1989 stark gewandelt. Seit einigen Jahren ist die sie allerdings in einer Krise, ausgelöst durch die Nachwehen des Kommunismus und die weltweite Finanzkrise von 2008. Zu den Bodenschätzen des Landes gehören unter anderem Erdgas, Kohle und Erdöl. Der Dienstleistungssektor wächst beständig an, zudem spielt die Schwerindustrie eine bedeutende Rolle.  
TourismusDer Tourismus spielt bis heute in der rumänischen Wirtschaft eine – noch – relativ geringe Rolle. Allerdings wird die Schwarzmeerküste mittlerweile auch stark von ausländischen Urlaubern frequentiert und Natur- und Wanderurlauber aus Westeuropa kommen seit der Jahrtausendwende verstärkt nach Rumänien.   
Pro-Kopf-Einkommenca. 9.900 US$ im landesweiten Vergleich allerdings stark schwankend.  
   
Medien    
ZeitungenBekannte landesweite Zeitungen sind: Adevărul, Libertatea und România Liberă. Daneben existiert eine kleine Anzahl deutschsprachiger Zeitungen, wie die „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“, die „Herrmannstädter Zeitung“ oder das „Deutsche Wochenblatt in Siebenbürgen“ 
RadiosenderIn allen großen Städten finden sich diverse Radiosender, die einen breiten Musikgeschmack bedienen und von traditioneller Volksmusik bis zu Charts ein breites Programm bieten. 
Fernsehen Das rumänische Staatsfernsehen betreibt eine Reihe von Sendern, daneben können über Kabel oder insbesondere Satellit private und ausländische Fernsehsender empfangen werden.