Kloster Voroneț

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Die Klosterkirche Voroneț wird wegen ihrer berühmten Fresken auch als die „Sixtinische Kapelle des Ostens“ bezeichnet und ist das vielleicht berühmteste Gotteshaus Rumäniens. Sie wurde bereits im Jahr 1488 erbaut und ist dem heiligen Georg gewidmet. Einst müssen zur Klosteranlage weit mehr Gebäude gehört haben, diese sind jedoch nicht mehr erhalten. Seit 1993 zählt das Kloster Voroneț zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Wer sich dem Kloster nähert, dem fallen sofort die Malereien an der Außenwand des Gebäudes auf, die aus dem 16. Jahrhundert stammen. Sie stellen in intensiven Farben Szenen aus dem Leben Jesu Christi dar. Die Westseite der Kirche zeigt auf monumentale Weise das Jüngste Gericht. Dominiert werden diese Fresken durch starke Blautöne vor allem des Hintergrunds. Diese Farbgestaltung gilt als einzigartig in der Freskenmalerei und ist international mit dem Begriff „Voroneț-Blau“ benannt worden. Einmalig an den Malereien ist jedoch auch, dass neben zahlreichen Heiligen und Märtyrern auch einige Philosophen des Altertums dargestellt werden. Zu ihnen gehören beispielsweise Aristoteles, Platon und Sokrates. Auch im recht dunklen Kircheninneren finden sich zahlreiche Malereien, dafür deutlich weniger Kultgegenstände als sonst in rumänisch-orthodoxen Kirchen üblich.

Das ehemalige Nonnenkloster ist am Ende des Bergdorfes Voroneț zu finden, das in der Nähe der Stadt Gura Humorului liegt. Einige Bäume sowie eine schlichte Klostermauer säumen die Anlage. Auf dem Parkplatz vor dem Gelände werden Souvenirs wie Spitzendeckchen und Holzmasken angeboten.